Die Losungen

Wer des HERRN Namen anrufen wird, der soll errettet werden.
Joel 3,5

Klopfet an, so wird euch aufgetan.
Lukas 11,9

© Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine
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Papst würdigt den christlich-jüdischen Dialog

Begegnung mit Pfarrer Heinz Daume als Beauftragten für christlich-jüdischen Dialog

HeinzDaumetrifftFranziscus

Ende Juni 2015 fand in Rom die Jahrestagung des Internationalen Rates Christen und Juden (ICCJ) statt. Rom wurde ausgewählt, weil vor 50 Jahren das Zweite Vatikanische Konzil mit einem Epochenwandel in der Geschichte von Christen und Juden zu Ende ging. In der Schrift Nostra Aetate nahm die katholische Kirche damals Abstand von der Lehre, dass der Bund Gottes mit dem jüdischen Volk gebrochen und die Kirche an seine Stelle getreten sei. Sie verwarf die bisher gepredigte Enterbungslehre, die Juden zu Menschen zweiter Klasse machte und die mitverantwortlich am Holocaust war. Im Schuldeingeständnis der Mitverantwortung der Shoah und der Bereitschaft zu neuen Wegen kam es zu einer vielfachen Annäherung der beiden Religionen. Johannes Paul II konnte später die Juden als seine älteren Brüder bezeichnen und es fanden gegenseitige Besuche in Synagoge und Kirche statt. Hatte man früher über die Juden gesprochen, so übte man jetzt das Miteinander und studierte gemeinsam die Bibel.

Der katholische Schritt blieb nicht ohne Wirkung auf die evangelischen Kirchen. In eigner Auseinandersetzung kamen diese zu ähnlichen Ergebnissen und legten sie in Synodalerklärungen und Grundordnungsänderungen bleibend fest. Nostra Aetate ist zum Beginn eines neuen Zeitalters im Verhältnis von Christen und Juden geworden. Der ICCJ (International Council of Christians and Jews), dem die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit weltweit sowie viele Kirchen und jüdische Gemeinden angehören, nahm das Jubiläum zum Anlass die Fortschritte im Zusammengehen kritisch zu hinterfragen und zugleich Impulse für die Zukunft zu setzen.

In Vorträgen und Workshops diskutierten die jüdischen und christlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Bedeutung dieser Verständigung für den Dialog der Religionen. Auch ein muslimischer Teilnehmer war dabei. Eine Reihe hochrangiger Vertreter der katholischen Kirche nahm an der Konferenz teil, darunter Hanspeter Heinz, der diesjährige Empfänger der Buber-Rosenzweig-Medaille. Unter den namhaften Rabbinern nahm Abraham Skorka, Freund und langjähriger Gesprächspartner von Papst Franziskus teil.

Papst Franziskus würdigte das Treffen indem er die Konferenzteilnehmer zu einer Audienz empfing und persönlich begrüßte. In seiner Ansprache betonte er das absolute „Ja“ der katholischen Kirche zu ihren Wurzeln im Judentum und ein ebenso starkes „Nein“ zum Antisemitismus. „Wir sind nicht mehr Fremde, sondern Freunde, Brüder und Schwestern,“ so der Papst wörtlich. Beide, Christen und Juden, sind auf dem Weg zu Gott, die Christen in der Hinwendung zu Christus und die Juden im Befolgen der Tora.

Als Vertreter der Ev. Kirche von Kurhessen und Waldeck nahm Pfarrer Heinz Daume aus Hanau-Großkrotzenburg an der Tagung teil. Er ist Beauftragter für christlich-jüdischen Dialog und zugleich geschäftsführender Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Hanau (s. Foto)